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Drei Säulen guter Zusammenarbeit

  • 26. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Jan.

Einstieg

In vielen Teams beobachte ich immer wieder dasselbe Muster. Die Aufgaben sind klar, die Rollen sind verteilt und alle bemühen sich, gute Arbeit zu leisten. Und trotzdem hakt es. Termine werden nicht eingehalten, Informationen kommen zu spät, Entscheidungen sind unklar und Konflikte entstehen scheinbar aus dem Nichts.


Was auf den ersten Blick wie ein Kompetenzproblem aussieht, ist in Wahrheit oft ein Erwartungsproblem. Viele Menschen arbeiten mit unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie gute Zusammenarbeit aussieht. Diese Vorstellungen werden selten ausgesprochen. Sie bleiben unbewusste Annahmen, die sich im Alltag im Weg stehen.


Gute Zusammenarbeit entsteht nicht durch Zufall. Sie entsteht, wenn gemeinsame Erwartungen sichtbar werden. Genau dafür eignet sich dieses Tool.


Die drei Säulen guter Zusammenarbeit

Die drei Säulen sind eine einfache Methode, um grundlegende Erwartungen innerhalb eines Teams transparent zu machen. Sie funktionieren in der Selbstreflexion (oh ja, häufig wissen wir selbst nicht, was wir von anderen erwarten), im Zweiergespräch und im Teammeeting. Sie eigenen sich besonders dann, wenn es neue Personen oder Rollen im Team gibt, Prozesse sich verändern oder in Situationen, in denen es im Alltag knirscht.


Die drei Säulen sind:

  1. Zusammenarbeit

  2. Kommunikation

  3. Entscheidungen


Drei Säulen guter Zusammenarbeit

Jede Säule steht für einen Bereich, in dem Erwartungen entstehen, Missverständnisse auftreten und Klarheit eine enorme Wirkung entfalten kann.


Ich stelle dir Schritt für Schritt die drei Säulen vor und zeige dir, wie du damit arbeiten kannst. Am Ende findest du auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, damit du im Alltag direkt loslegen kannst.


Säule 1: Zusammenarbeit

Leitfrage für diese Säule: Was verstehen wir unter verlässlicher Zusammenarbeit?


Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was gute Arbeit ausmacht. Manche legen Wert auf Genauigkeit, andere auf Schnelligkeit und einige möchten Rückfragen klären, bevor sie starten. Nicht zu vergessen sind die Menschen, die direkt loslegen.


Wenn diese Unterschiede im Team nicht sichtbar sind, entsteht Reibung.


Passende Reflexionsfragen für die Erarbeitung dieser Säule:

  • Welche Qualität wird erwartet?

  • Bis wann soll etwas erledigt sein?

  • Wie gehen wir mit Unterbrechungen und Störungen um?

  • Wer übernimmt an welcher Stelle Verantwortung?


Ein Team, das diese Punkte einmal bewusst bespricht, vermeidet über Monate unnötige Spannungen.


Säule 2: Kommunikation

Leitfrage für diese Säule: Wie halten wir uns gegenseitig auf dem Laufenden, damit es keine Überraschungen gibt?


Kommunikationsprobleme gehören zu den häufigsten Ursachen für Frust und Ineffizienz. Viele Konflikte entstehen nicht durch böse Absicht, sondern durch unterschiedliche Kommunikationsgewohnheiten.


Passende Reflexionsfragen für die Erarbeitung dieser Säule:

  • Welche Kommunikationswege nutzen wir wofür?

  • Wie schnell antworten wir auf Nachrichten?

  • Wann informieren wir über Verzögerungen und wen?

  • Wie geben wir Feedback?


Sobald diese Erwartungen klar sind, verbessert sich die Zusammenarbeit deutlich. Verlässlichkeit entsteht dort, wo Informationen rechtzeitig fließen.


Säule 3: Entscheidungen

Leitfrage für diese Säule: Wer entscheidet was auf welcher Grundlage und wie werden die Entscheidungen sichtbar?


Entscheidungen sind ein sensibler Bereich. Wenn unklar ist, wer entscheiden darf oder wie Entscheidungen zustande kommen, entstehen Unsicherheit und Frust.


Passende Reflexionsfragen für die Erarbeitung dieser Säule:

  • Welche Entscheidungen trifft die Führungsperson?

  • Welche Entscheidungen trifft das Team?

  • Welche Entscheidungen kann jede Person im Team selbstständig treffen?

  • Wie werden Entscheidungen dokumentiert und kommuniziert?


Teams, die ihre Entscheidungswege klären, erleben deutlich weniger Fehlinterpretationen und weniger "Warum hat mir das niemand gesagt"-Momente.


Anwendung in der Praxis

So kannst du die drei Säulen guter Zusammenarbeit in wenigen Schritten einsetzen.

  1. Der passende Rahmen Prüfe, ob du Erwartungsmanagement mit einer Person oder mit dem gesamten Team betreiben möchtest. Wenn es für das gesamte Team relevant ist, organisiere einen eigenständigen Termin hierfür. Häufig passiert es, dass dieses Thema im nächsten Teammeeting ein Agendapunkt ist. Damit werdet ihr weder Zeit, noch Ruhe für das wichtige Thema haben. Damit entsteht Frust und eine "war klar, dass das nichts bringt"-Stimmung.

  2. Gemeinsames Erarbeiten der drei Säulen Ob im Einzelgespräch oder im Team. Stelle die drei Säulen und die dazugehörigen Leitfragen vor. Hierfür findest du in der Schritt-für-Schritt-Anleitung passende Reflexionsfragen. Achte unbedingt darauf, dass alle Beteiligten ihre Gedanken einbringen. Hierfür bietet es sich beispielsweise an, dass du Post-its verteilst und alle ihre Gedanken darauf notieren. Anschließend stellen alle ihre Ergebnisse vor und ihr sammelt diese an der Wand. Damit könnt ihr Übereinstimmungen im Anschluss direkt clustern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede schnell erkennen.

  3. Verbindlich werden Haltet eure Vereinbarungen pro Säule schriftlich fest. Beispielsweise in einem Dokument, welches ihr auch neuen Kolleginnen und Kollegen immer mit an die Hand geben könnt. Achtet unbedingt darauf, dass ihr die Vereinbarungen so konkret wie möglich formuliert.

  4. Folgetermin zur nachhaltigen Implementierung Vereinbart nach zwei bis vier Wochen einen Folgetermin und prüft gemeinsam, was bereits gut funktioniert und wo ihr nachschärfen müsst.


Wenn ihr als Team hybrid arbeitet, funktioniert dieses Format auch wunderbar virtuell. Nutze für die gemeinsame Arbeit ein Kollaborationstool wie beispielsweise miro.


Typische Fehler

In der Praxis gibt es ein paar Stolpersteine. Wenn du diese Punkte bei der Ausarbeitung berücksichtigst, schafft ihr eine nachhaltige Implementierung.

  • Die Erwartungen werden zu vage formuliert.

  • Die Ergebnisse werden nicht dokumentiert.

  • Es wird kein Folgetermin nach spätestens vier Wochen vereinbart, bei dem die Arbeitsergebnisse kritisch geprüft und nachgeschärft werden.

  • Es wird versucht, für alle Zeiten die perfekte Regelung zu finden. Die Arbeitswelt ist dynamisch. Ihr dürft die Vereinbarungen jederzeit hinterfragen und anpassen.

  • Personen vermeiden klare Aussagen, um nicht anzuecken.


Warum dieses Tool so wirksam ist

Die drei Säulen funktionieren, weil sie Unbewusstes sichtbar machen. Dort, wo vorher Annahmen waren, entstehen Transparenz und Orientierung.


Für euer Team bedeutet das:

  • Weniger Missverständnisse.

  • Deutlich klarere Absprachen.

  • Schnelleres Arbeiten.

  • Angenehmere Zusammenarbeit.

  • Weniger Konflikte.

  • Mehr Vertrauen.


Jedes Team, das diese Säulen einmal sauber klärt (und bei Bedarf regelmäßig hinterfragt), profitiert dauerhaft davon.


Konkreter Umsetzungsimpuls

Wenn du das Gefühl hast, dass in deinem Team Dinge unausgesprochen bleiben oder Zusammenarbeit unnötig schwer wird, dann beginne mit diesem kleinen Schritt. Die drei Säulen können in einer Stunde besprochen werden und verändern oft nachhaltiger als ein kompletter Teamworkshop.


Stelle die drei Leitfragen im nächsten Gespräch und beobachte, was passiert.


Gute Zusammenarbeit beginnt mit Klarheit.


Ich wünsche viel Erfolg bei der Umsetzung!

Du bist dir unschlüssig, wie du das Thema in deinem Team konkret ansprechen kannst oder wünschst dir eine neutrale externe Begleitung? Lass uns gerne unverbindlich in den Austausch gehen. Ich freue mich auf unseren Kontakt.


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